Länderseite

Beihilfe Pflege Bayern: Pflegedienst, Pflegeheim und Antrag nach BayBhV

Bayern rechnet bei der Pflege mit eigenen Beträgen: Für Pflegedienste sind in den Pflegegraden 4 und 5 deutlich mehr beihilfefähig als im SGB XI, und im Pflegeheim zahlt die Beihilfe alles, was einen einkommensabhängigen Eigenanteil übersteigt. Hier stehen die Regeln der Bayerischen Beihilfeverordnung mit Fundstelle.

Redaktion Pflegegrad-Privat.de Aktualisiert am 19. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Inhalt (6 Abschnitte)
  1. Beihilfe Pflege Bayern: der Steckbrief 2026
  2. Wer zahlt welchen Anteil der Pflege in Bayern
  3. Häusliche Pflege: Pauschalbeihilfe und mehr für Pflegedienste
  4. Pflegeheim: Beihilfe Pflege Bayern über dem Eigenanteil
  5. So beantragen Sie Pflegebeihilfe in Bayern
  6. Gut abgesichert – und wie Sie die Restlücke schließen
Das Wichtigste in Kürze
  • In Bayern zahlt die Beihilfe bei Pflege den Bemessungssatz nach Art. 96 BayBG: 50 % aktiv, 70 % für Pensionäre, Ehepartner und ab zwei Kindern, 80 % für Kinder; eine Erhöhung für Pflege ist ausgeschlossen (Stand Oktober 2026).
  • Für Pflegedienste sind monatlich bis 796 €, 1.497 €, 2.012 € und 3.352 € (Pflegegrad 2 bis 5) beihilfefähig – in den Pflegegraden 4 und 5 mehr als im SGB XI (§ 32 Abs. 1 BayBhV).
  • Die Pauschalbeihilfe bei Pflege durch Angehörige beträgt 347 €, 599 €, 800 € bzw. 990 €; das Pflegegeld der Versicherung wird angerechnet (§ 32 Abs. 2 BayBhV).
  • Im Pflegeheim zahlt die Beihilfe Pflegekosten, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, soweit sie einen Eigenanteil von 25 bis 70 % des Einkommens übersteigen (§ 36 Abs. 3 BayBhV).
  • Die Leistungen eines Pflegetagegeldes bleiben bei der Beihilfe unberücksichtigt (§ 47 Abs. 1 BayBhV).

Bei der Beihilfe Pflege in Bayern zahlt die Beihilfe den Bemessungssatz – 50 % für aktive Beamte, 70 % für Pensionäre –, die private Pflegepflichtversicherung den Rest. Für Pflegedienste sind in den Pflegegraden 4 und 5 bis 2.012 € bzw. 3.352 € im Monat beihilfefähig, und im Pflegeheim übernimmt die Beihilfe alle Kosten oberhalb eines einkommensabhängigen Eigenanteils (BayBhV, Stand Oktober 2026).

Gut zu wissen: Pflegegrad-Privat.de ist ein Informations- und Rechnerportal – kein Angebot des Freistaats Bayern, des Landesamts für Finanzen oder eines anderen Dienstherrn. Verbindlich entscheidet Ihre Beihilfestelle mit ihrem Bescheid.

Beihilfe Pflege Bayern: der Steckbrief 2026

Die Pflege regeln die §§ 31 bis 40 der Bayerischen Beihilfeverordnung, der Bemessungssatz steht in Art. 96 Abs. 3 BayBG.

Beihilfe bei Pflege in Bayern, Stand Oktober 2026. Quellen: BayBhV (Text ab 01.09.2026), Art. 96 BayBG, vdek (01.07.2026).
PunktRegel in Bayern
Rechtsgrundlage§§ 31–40 BayBhV, Bemessungssatz Art. 96 Abs. 3 BayBG
Bemessungssatz50 % aktiv · 70 % Pension, Ehepartner, ab zwei Kindern · 80 % Kinder; keine Erhöhung für Pflege
Anteil der Pflegeversicherungder Rest: 50 %, 30 % oder 20 % (Tarifstufe für Beihilfeberechtigte, MB/PPV 2026)
Pauschalbeihilfe (Pflegegeld)347 / 599 / 800 / 990 € (Pflegegrad 2–5), Pflegegeld der Versicherung angerechnet
Pflegedienst und Tagespflegebis 796 / 1.497 / 2.012 / 3.352 € (§ 32 Abs. 1) – in PG 4 und 5 über dem SGB XI
Verhinderungs- und Kurzzeitpflegegemeinsamer Jahresbetrag 3.539 € (§ 33 Abs. 5)
Pflegeheim: Pauschalen805 / 1.319 / 1.855 / 2.096 € + Zuschläge nach §§ 43b, 43c SGB XI (§ 36 Abs. 1)
Pflegeheim: darüber hinausweitere Pflegekosten, Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten über dem Eigenanteil des Einkommens (§ 36 Abs. 3)
GutachtenEntscheidung auf Grund des Gutachtens der Pflegeversicherung (§ 40)
Antragsfrist3 Jahre (Art. 96 Abs. 3a BayBG, § 48 Abs. 6 BayBhV)
Pauschale Beihilfein Bayern nicht eingeführt
Eigenanteil im Heim (Landesdurchschnitt)3.270 € im 1. Jahr, 1.959 € ab dem 4. Jahr (vdek, ohne Beihilfe)

Wer zahlt welchen Anteil der Pflege in Bayern

Bayerische Beamte sind in der privaten Pflegepflichtversicherung anteilig versichert: Die Tarifstufe für Beihilfeberechtigte leistet den Teil, den die Beihilfe nicht trägt. Beispiel Pflegegeld in Pflegegrad 3 (599 €): Ein Pensionär erhält 419,30 € als Pauschalbeihilfe und 179,70 € von der Versicherung, ein aktiver Beamter je 299,50 €. Gesetzlich versicherte Beamte erhalten die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung zur Hälfte, die Beihilfe zahlt einen Betrag in wertmäßig gleicher Höhe (§ 31 Abs. 3 BayBhV). Ihren allgemeinen Satz für Arzt- und Krankenhausrechnungen zeigt die Übersicht zu den Beihilfesätzen in Bayern.

Häusliche Pflege: Pauschalbeihilfe und mehr für Pflegedienste

Pflegen Angehörige, Freunde oder Nachbarn, zahlt die Beihilfe eine Pauschalbeihilfe in Höhe des Pflegegeldes; daneben ist der Entlastungsbetrag beihilfefähig (§ 32 Abs. 2, § 38 BayBhV). Während einer Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege läuft die Hälfte der Pauschalbeihilfe bis zu acht Wochen im Jahr weiter. Für einen Teilmonat wird sie um ein Dreißigstel je Tag gemindert; im Sterbemonat wird sie bis zum Monatsende gezahlt.

Bei Pflegediensten geht Bayern über das SGB XI hinaus: In Pflegegrad 4 sind bis 2.012 € und in Pflegegrad 5 bis 3.352 € im Monat beihilfefähig, während die Pflegeversicherung mit 1.859 € bzw. 2.299 € rechnet (§ 32 Abs. 1 BayBhV). Das gilt auch für die Tagespflege. Ein Beispiel (eigene Berechnung): Ein Pensionär in Pflegegrad 5 erhält eine Pflegedienst-Rechnung über 3.352 €. Die Beihilfe zahlt 70 % davon, also 2.346,40 €, die Versicherung 30 % von 2.299 €, also 689,70 €. Selbst zu zahlen bleiben 315,90 € – ohne die bayerische Regel wären es 1.053 €.

  • Kombination: Pflegen Dienst und Familie gemeinsam, wird die Beihilfe anteilig gewährt; maßgebend ist das Verhältnis, das die Pflegeversicherung zugrunde legt (§ 32 Abs. 3).
  • Beratungsbesuche: Neben der Pauschalbeihilfe sind die Beratungen nach § 37 Abs. 3 SGB XI beihilfefähig (§ 32 Abs. 6).
  • Pflegeberatung: Die Beihilfestelle beteiligt sich an den Kosten einer Pflegeberatung nach § 7a SGB XI (§ 31 Abs. 4).

Pflegeheim: Beihilfe Pflege Bayern über dem Eigenanteil

Im Heim sind zunächst die Pflegepauschalen von 805 € bis 2.096 € je Pflegegrad beihilfefähig, dazu der Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI (§ 36 Abs. 1 BayBhV). Für alles darüber – den restlichen Pflegeanteil, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten – gilt eine Einkommensregel: Die Beihilfe zahlt, soweit diese Kosten den Eigenanteil des Einkommens übersteigen (§ 36 Abs. 3 BayBhV).

Eigenanteil des Einkommens nach § 36 Abs. 3 BayBhV, Stand Oktober 2026. Einkommen: Dienst- und Versorgungsbezüge ohne kinderbezogene Anteile, Renten sowie Gesamtbetrag der Einkünfte des Ehepartners im zweiten Kalenderjahr vor dem Antrag.
SituationEinkommen bis Endgehalt A 9höheres Einkommen
mit einem berücksichtigungsfähigen Angehörigen30 %40 %
mit mehreren berücksichtigungsfähigen Angehörigen25 %35 %
alleinstehend oder alle Angehörigen ebenfalls im Heim70 %

Beispielrechnung 2026: alleinstehender Pensionär, Pflegegrad 3

Eigene Beispielrechnung mit den bayerischen Durchschnittswerten des vdek (01.07.2026): Pflegeanteil 2.185 €, Unterkunft und Verpflegung 979 €, Investitionskosten 434 €; Beihilfe 70 %, Versorgungsbezüge 3.000 €, erstes Jahr im Heim.

Eigene Beispielrechnung, Stand Oktober 2026 (gerundet). Annahmen: Landesdurchschnitt Bayern laut vdek, Leistungszuschlag 15 %, Einkommen 3.000 €; maßgeblich ist der Bescheid der Beihilfestelle.
PositionBetrag
Pauschale 1.319 € + Leistungszuschlag 327,75 € (15 % von 2.185 €)1.646,75 €
davon Beihilfe 70 %1.152,73 €
davon private Pflegepflichtversicherung 30 %494,03 €
Restlicher Pflegeanteil, Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten3.270,25 €
Eigenanteil des Einkommens: 70 % von 3.000 €2.100,00 €
Beihilfe nach § 36 Abs. 3 BayBhV1.170,25 €
Selbst zu zahlen im Monat2.100,00 €

Ohne die bayerische Einkommensregel läge der Eigenanteil im Landesdurchschnitt bei 3.270 € (vdek). Lebt der Ehepartner noch zu Hause, sinkt der Eigenanteil auf 30 oder 40 % des Einkommens – damit genug für den Haushalt bleibt. Mehr zum Heim im Ratgeber Beihilfe im Pflegeheim; Ihre Zahlen rechnet der Pflegekosten-Rechner.

So beantragen Sie Pflegebeihilfe in Bayern

1 · Pflegeversicherung

Pflegegrad beim privaten Versicherer beantragen; begutachtet wird in der Regel durch MEDICPROOF.

2 · Beihilfe beantragen

Schriftlich oder per Beihilfe-App des Dienstherrn bei Ihrer Beihilfestelle, für Staatsbedienstete meist das Landesamt für Finanzen (§ 48 Abs. 1).

3 · Gutachten-Ergebnis vorlegen

Die Beihilfestelle entscheidet auf Grund des Gutachtens der Versicherung und zahlt ab Beginn des Monats der erstmaligen Antragstellung (§ 40).

4 · Laufend abrechnen

Rechnungen von Pflegedienst und Heim einreichen; Pflegeaufwendungen werden getrennt abgerechnet (§ 47 Abs. 2). Frist drei Jahre.

Hat das Sozialamt vorgeleistet, beginnt die Frist mit dem Ersten des Folgemonats nach dessen Zahlung (§ 48 Abs. 6 BayBhV). Wie der Antrag bei der Versicherung abläuft, steht im Ratgeber Pflegegrad privat versichert beantragen.

Gut abgesichert – und wie Sie die Restlücke schließen

Mit Beihilfe und privater Pflegeversicherung sind bayerische Beamte bei Pflege sehr solide aufgestellt. Offen bleibt vor allem der Eigenanteil im Heim bis zur Einkommensgrenze. Ein Pflegetagegeld kann ihn ausgleichen – seine Leistungen bleiben bei der Beihilfe unberücksichtigt (§ 47 Abs. 1 BayBhV). Was dabei zählt, erklärt der Ratgeber Pflegezusatzversicherung für Beamte. Den Überblick über alle Länder bietet Beihilfe bei Pflege; Ihren Fahrplan zeigt der Pflegefall-Navigator.

Datenstand

Stand: Oktober 2026. BayBhV mit Text ab 01.09.2026, Art. 96 BayBG, Leistungsbeträge des SGB XI seit 01.01.2025, Eigenanteile vdek zum 01.07.2026. Die Beträge in § 32 Abs. 1 und 2 BayBhV sind in der Verordnung fest beziffert; ob und wann Bayern sie an eine Pflegereform 2027 anpasst, ist offen.

Häufige Fragen

Wie viel Beihilfe gibt es in Bayern bei Pflege?

Die Beihilfe zahlt Ihren Bemessungssatz – 50 % als aktiver Beamter, 70 % als Pensionär, Ehepartner oder mit zwei oder mehr Kindern, 80 % für Kinder. Die private Pflegepflichtversicherung trägt den Rest. Für Pflegedienste sind in Pflegegrad 4 bis 2.012 € und in Pflegegrad 5 bis 3.352 € im Monat beihilfefähig (§ 32 BayBhV, Stand Oktober 2026).

Zahlt die Beihilfe in Bayern das Pflegeheim?

Ja. Die Pflegepauschalen von 805 € bis 2.096 € plus Leistungszuschlag sind beihilfefähig. Darüber hinaus zahlt die Beihilfe weitere Pflegekosten sowie Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten, soweit sie den Eigenanteil des Einkommens übersteigen – 70 % des Einkommens bei Alleinstehenden, 25 bis 40 % mit Angehörigen (§ 36 BayBhV).

Was ist die Pauschalbeihilfe in Bayern?

Die Beihilfe zum Pflegegeld, wenn Angehörige oder andere geeignete Personen pflegen. Sie beträgt in Pflegegrad 2 bis 5 monatlich 347 €, 599 €, 800 € bzw. 990 €; das Pflegegeld der privaten Pflegeversicherung wird darauf angerechnet. Wer nicht pflegeversichert ist, erhält die Hälfte (§ 32 Abs. 2 BayBhV).

Welche Antragsfrist gilt für Pflegebeihilfe in Bayern?

Es gilt die Frist des Art. 96 Abs. 3a BayBG von drei Jahren. Bei der Pauschalbeihilfe beginnt sie mit dem letzten Tag des Monats, in dem gepflegt wurde (§ 48 Abs. 6 BayBhV).

Wird ein Pflegetagegeld auf die Beihilfe in Bayern angerechnet?

Nein. Leistungen aus Pflegetagegeld-, Pflegerenten- und Pflegerentenzusatzversicherungen bleiben bei der Begrenzung der Beihilfe unberücksichtigt, soweit sie nicht der Befreiung von der Pflegeversicherungspflicht dienen (§ 47 Abs. 1 BayBhV).

Quellen

  1. Bayerische Beihilfeverordnung (BayBhV), Text ab 01.09.2026 – abgerufen 19.10.2026
  2. § 32 BayBhV – Häusliche und teilstationäre Pflege – abgerufen 19.10.2026
  3. § 36 BayBhV – Stationäre Pflege – abgerufen 19.10.2026
  4. § 47 BayBhV – Begrenzung der Beihilfen – abgerufen 19.10.2026
  5. Art. 96 BayBG – Beihilfe – abgerufen 18.10.2026
  6. PKV-Verband: Musterbedingungen der privaten Pflegepflichtversicherung (MB/PPV 2026, Tarif PV/PVB) – Stand 2026
  7. vdek: Eigenanteile in der stationären Pflege, Stand 01.07.2026 – abgerufen 18.10.2026
Redaktion Pflegegrad-Privat.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Pflege für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte (Pflegegrad, Begutachtung, Leistungen, Pflegeheim, Beihilfe) (Stand: 19. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. MEDICPROOF und compass werden nur beschreibend genannt; Pflegegrad-Privat.de ist kein Angebot dieser Unternehmen, keiner Pflegekasse und keiner Beihilfestelle. Zu Widerspruch oder Klage im Einzelfall beraten Sozialverbände oder Fachanwälte für Sozialrecht. Herausgeber: Pflegegrad-Privat.de. Pflegegrad-Privat.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

Privat versichert und plötzlich ein Pflegefall?

Der Pflegefall-Navigator ordnet die nächsten Schritte, rechnet Erstattung und Eigenanteil und zeigt, wie Sie den PKV-Beitrag im Blick behalten – für Eltern, Partner oder Sie selbst.

Pflegefall-Navigator starten
Kostenlos · ohne Gesundheitsfragen · in 60 Sekunden
Pflegefall-Navigator starten – kostenlos