Inhalt (14 Abschnitte)
- Was ist MEDICPROOF?
- MEDICPROOF in Zahlen
- Ablauf der MEDICPROOF-Begutachtung in sechs Schritten
- Hausbesuch, Telefon oder Video?
- Was MEDICPROOF prüft: die sechs Module
- So bereiten Sie sich auf den MEDICPROOF-Termin vor
- Fristen und Eilfälle
- Das Gutachten: Ergebnis, Empfehlungen, Einsicht
- Nicht einverstanden? Überprüfung, Ombudsmann, Sozialgericht
- Höherstufung und Wiederholungsbegutachtung
- Wer sind die Gutachter?
- MEDICPROOF und Beihilfe: ein Gutachten für beide
- Pflegereform 2027: was sich bei der Begutachtung ändern könnte
- MEDICPROOF, compass und Versicherer: wer macht was?
- MEDICPROOF ist der Gutachterdienst der privaten Pflegeversicherer, eine Tochter des PKV-Verbands mit Sitz in Köln; begutachtet wird von rund 1.500 selbstständigen Ärzten und Pflegefachpersonen.
- Es gelten dieselben Maßstäbe wie beim Medizinischen Dienst der gesetzlichen Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 6 SGB XI, § 18a Abs. 12 SGB XI).
- 2025 erhielt MEDICPROOF 330.690 Aufträge (+7,2 %); Fristgutachten lagen im Schnitt nach 9,4 Arbeitstagen vor – erlaubt sind bis zur Entscheidung 25 Arbeitstage.
- Erstbegutachtungen finden im Wohnbereich statt; Höherstufungen und Wiederholungen von Erwachsenen sind mit Zustimmung auch per Telefon oder Video möglich (§ 142a SGB XI).
- Die Entscheidung trifft der Versicherer; ein Widerspruchsverfahren gibt es nicht – möglich sind Überprüfung, PKV-Ombudsmann und Sozialgericht.
MEDICPROOF ist der Gutachterdienst der privaten Pflegeversicherer: Im Auftrag des Versicherers stellen rund 1.500 Ärzte und Pflegefachpersonen fest, ob und in welchem Grad jemand pflegebedürftig ist – nach denselben Regeln wie in der gesetzlichen Pflegeversicherung. 2025 gingen 330.690 Aufträge ein, Fristgutachten lagen im Schnitt nach 9,4 Arbeitstagen vor (Stand Oktober 2026).
Hinweis: Pflegegrad-Privat.de ist ein kostenloses Informationsportal und kein Angebot der MEDICPROOF GmbH. Termine, Unterlagen und Rückfragen klären Sie mit Ihrem Versicherer.
Was ist MEDICPROOF?
Die MEDICPROOF GmbH mit Sitz in Köln ist eine Tochter des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Sie begutachtet im Auftrag der 42 PKV-Unternehmen, die die private Pflegepflichtversicherung anbieten, sowie der Postbeamtenkrankenkasse und der Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten. In der Kölner Zentrale arbeiten über 90 Beschäftigte; die Begutachtungen vor Ort übernehmen rund 1.500 selbstständige Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen (MEDICPROOF, Stand Oktober 2026).
Für gesetzlich Versicherte übernimmt diese Aufgabe der Medizinische Dienst. Die Regeln sind dieselben: Der private Versicherer muss für die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung zu einem Pflegegrad „dieselben Maßstäbe wie in der sozialen Pflegeversicherung“ anlegen (§ 23 Abs. 6 Nr. 1 SGB XI); das gilt ausdrücklich auch für die Gutachter, die er beauftragt (§ 18a Abs. 12 SGB XI).
MEDICPROOF in Zahlen
Die Zahlen zeigen: Die gesetzliche Frist von 25 Arbeitstagen bis zur Entscheidung wird in der Regel deutlich unterschritten. Ende 2025 bezogen 415.291 Privatversicherte Leistungen der privaten Pflegepflichtversicherung (Bundesgesundheitsministerium). Weitere Kennzahlen mit Quellen sammelt die Seite MEDICPROOF-Erfahrungen in Zahlen.
MEDICPROOF: Dauer bis zum Gutachten
Durchschnittliche Bearbeitungszeit von Fristgutachten in Arbeitstagen – im Vergleich zur gesetzlichen Höchstfrist für die Entscheidung
MEDICPROOF, Zahlen, Daten, Fakten 2025; PKV-Verband, Meldung vom 07.04.2026; § 18c Abs. 1 SGB XI.
Ablauf der MEDICPROOF-Begutachtung in sechs Schritten
1 · Antrag beim Versicherer
Sie stellen den Antrag bei Ihrem privaten Versicherer – formlos per Telefon, E-Mail oder Fax genügt. Die Leistungen gelten ab dem Antragsmonat.
2 · Auftrag an MEDICPROOF
Der Versicherer beauftragt die Begutachtung. Die Kosten trägt er (MB/PPV § 6 Abs. 2).
3 · Terminvereinbarung
Der Gutachter meldet sich telefonisch oder schriftlich – manchmal von einer unbekannten Nummer. Gehen Sie ans Telefon und halten Sie Termine fest.
4 · Hausbesuch
Gespräch mit Fragen, kleine Funktionstests, Blick auf die Versorgungssituation. Die Person muss anwesend sein, die Pflegeperson sollte dabei sein.
5 · Gutachten
Der Gutachter bewertet die sechs Module und empfiehlt einen Pflegegrad, dazu oft Hilfsmittel oder Umbauten.
6 · Leistungsmitteilung
Ihr Versicherer – nicht MEDICPROOF – teilt das Ergebnis mit und schickt das Gutachten mit, wenn Sie nicht widersprochen haben.
Lebt die Person im Pflegeheim, findet die Begutachtung dort statt. Wie Sie den Termin vorbereiten, beschreibt der Ratgeber MEDICPROOF-Begutachtung: Termin und Hausbesuch.
Hausbesuch, Telefon oder Video?
Grundsätzlich wird im Wohnbereich begutachtet (MB/PPV § 6 Abs. 2). Das Gesetz erlaubt ergänzend oder alternativ ein strukturiertes telefonisches Interview, auch per Videotelefonie (§ 142a SGB XI). Die Musterbedingungen der privaten Pflegepflichtversicherung haben das übernommen.
| Begutachtung | Form |
|---|---|
| Erstbegutachtung | im Wohnbereich – Telefon/Video ausgeschlossen |
| Zweitbegutachtung nach Einwänden | laut MEDICPROOF im Wohnbereich |
| Kinder | laut MEDICPROOF immer im Wohnbereich; die Richtlinien erlauben Telefon/Video erst ab 14 Jahren mit Unterstützungsperson |
| Höherstufung und Wiederholung bei Erwachsenen | mit Zustimmung auch per Telefon oder Video; ausgeschlossen, wenn das letzte Gutachten mit Hausbesuch älter als 36 Monate ist |
Ihr Wunsch nach einer persönlichen Untersuchung hat Vorrang; der Gutachter muss Sie darüber informieren (§ 142a SGB XI). Mehr im Ratgeber telefonische Begutachtung bei MEDICPROOF.
Was MEDICPROOF prüft: die sechs Module
Der Gutachter fragt nicht nach Diagnosen, sondern danach, was die Person im Alltag allein kann. Grundlage ist das Begutachtungsinstrument nach § 15 SGB XI mit sechs gewichteten Modulen. Aus bis zu 100 Punkten ergibt sich der Pflegegrad.
| Modul | Gewicht | Pflegegrad ab … Punkten (2026) |
|---|---|---|
| 1 Mobilität | 10 % | Pflegegrad 1: 12,5 |
| 2 Kognition und Kommunikation / 3 Verhalten (höherer Wert) | 15 % | Pflegegrad 2: 27 |
| 4 Selbstversorgung | 40 % | Pflegegrad 3: 47,5 |
| 5 Krankheits- und therapiebedingte Anforderungen | 20 % | Pflegegrad 4: 70 |
| 6 Alltag und soziale Kontakte | 15 % | Pflegegrad 5: 90 |
Welche Fragen zu jedem Modul gestellt werden, erklärt der Ratgeber Welche Fragen stellt MEDICPROOF?. Wie viele Punkte ungefähr zusammenkommen, zeigt der Pflegegrad-Rechner – mit Vorbereitungsbogen zum Ausdrucken. Ihre Eingaben bleiben dabei in Ihrem Browser.
So bereiten Sie sich auf den MEDICPROOF-Termin vor
- Pflegetagebuch führen: ein bis zwei Wochen lang notieren, wobei geholfen wird, wie oft und wie lange – das empfiehlt auch MEDICPROOF.
- Pflegeprotokolle nutzen: MEDICPROOF bietet eigene Pflegeprotokolle und ein Trinkprotokoll zum Ausfüllen an; ausgefüllt gehen sie an den Versicherer.
- Unterlagen bereitlegen: Arztberichte, Entlassungsbriefe, Medikamentenplan, Liste der Hilfsmittel, Pflegedokumentation des Pflegedienstes.
- Pflegeperson einbinden: Wer im Alltag hilft, sollte beim Termin dabei sein und Beispiele nennen können.
- Den normalen Tag zeigen: Viele möchten beim Besuch zeigen, was sie noch können. Bewertet wird aber, was an einem durchschnittlichen Tag ohne Hilfe gelingt.
- Umbau und Umzug ansprechen: Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – bis 4.180 € je Maßnahme, auch für einen Umzug – hat MEDICPROOF eigene Fragebögen.
Welche Unterlagen wirklich zählen, steht im Ratgeber MEDICPROOF-Fragebogen und Pflegeprotokoll.
Fristen und Eilfälle
Für private Versicherer gelten dieselben Fristen wie für Pflegekassen (§ 18c Abs. 5 SGB XI; MB/PPV § 6). Die Entscheidung muss spätestens 25 Arbeitstage nach Antragseingang vorliegen. Liegt die Person im Krankenhaus, in der stationären Reha, im Hospiz oder wird sie ambulant palliativ versorgt, wird spätestens am 5. Arbeitstag begutachtet; zu Hause mit angekündigter Pflegezeit oder vereinbarter Familienpflegezeit binnen 10 Arbeitstagen (§ 18a SGB XI). Für Krankenhausfälle nimmt MEDICPROOF eine Vorabeinstufung nach Aktenlage vor; der Sozialdienst schickt dazu eine Bescheinigung an den Versicherer. Wird eine Frist überschritten, sind 70 € je begonnener Woche zu zahlen. Ihre Daten rechnet der MEDICPROOF-Fristenplaner; Einzelheiten zum Eilfall im Ratgeber MEDICPROOF-Eilantrag.
Das Gutachten: Ergebnis, Empfehlungen, Einsicht
Das Gutachten enthält die Punkte je Modul, den empfohlenen Pflegegrad und häufig Empfehlungen zu Hilfsmitteln, Umbauten oder Reha. Die Leistungsmitteilung kommt von Ihrem Versicherer; das Gutachten wird mitgeschickt, wenn Sie dem nicht widersprochen haben. Sie haben Anspruch auf Übermittlung der schriftlichen Ergebnisse (MB/PPV § 6 Abs. 2). Lesen Sie das Gutachten mit dem Pflegetagebuch daneben: Stimmen die Beispiele, sind Hilfen vergessen? Wie Sie die Punkte lesen, erklärt der Ratgeber MEDICPROOF-Gutachten verstehen.
Nicht einverstanden? Überprüfung, Ombudsmann, Sozialgericht
Gegen die Entscheidung eines privaten Pflegeversicherers gibt es kein förmliches Widerspruchsverfahren. Das Bundessozialgericht hat 2024 festgehalten, dass private Versicherer keine Verwaltungsakte erlassen und vor einer Klage deshalb kein Widerspruch zu erheben ist (Urteil vom 22.02.2024 – B 3 P 8/22 R). Bietet der Versicherer freiwillig ein Einwendungsverfahren an, werden bei Erfolg die Anwaltskosten erstattet.
- Überprüfung: Teilen Sie dem Versicherer mit, an welchen Punkten Sie nicht einverstanden sind – dann kann ein Zweitgutachten erstellt werden (MEDICPROOF).
- PKV-Ombudsmann: zuständig auch für die Pflegepflichtversicherung und die Einstufung in einen Pflegegrad; kostenlos, nicht bindend, solange kein Gericht angerufen ist.
- Sozialgericht: zuständig für Streit um die private Pflegeversicherung (§ 51 SGG); für Versicherte in der Regel gerichtskostenfrei (§ 183 SGG).
Zu den Erfolgsaussichten im Einzelfall beraten Sozialverbände wie VdK oder SoVD oder ein Fachanwalt für Sozialrecht. Den Ablauf beschreibt der Ratgeber MEDICPROOF-Gutachten anfechten.
Höherstufung und Wiederholungsbegutachtung
Pflegebedarf ändert sich. Wird die Pflege aufwendiger, können Versicherte oder Bevollmächtigte beim Versicherer eine erneute Begutachtung beantragen; MEDICPROOF spricht von einem Änderungsgutachten. Umgekehrt müssen Versicherte eine Besserung unverzüglich melden (MB/PPV § 9), und der Versicherer kann in angemessenen Abständen nachbegutachten lassen. Befristete Leistungen laufen höchstens drei Jahre (§ 33 SGB XI). Mehr im Ratgeber Höherstufung bei MEDICPROOF.
Wer sind die Gutachter?
Die Begutachtungen übernehmen selbstständige Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachpersonen, die MEDICPROOF beauftragt – nach Angaben des Unternehmens rund 1.500. Sie bewerten anhand eines festen Fragenkatalogs und kleiner Funktionstests, wie selbständig eine Person ist, und schauen sich die Versorgungssituation und das soziale Umfeld an. Eine klassische ärztliche Untersuchung ist der Besuch nicht. Für Telefon- und Videobegutachtungen schreibt das Gesetz vor, dass die Gutachter Erfahrung mit Begutachtungen vor Ort haben (§ 142a SGB XI).
Für Angehörige heißt das: Der Gutachter kennt die Person nicht und sieht nur einen Ausschnitt des Alltags. Ihre Beispiele, das Pflegetagebuch und die Unterlagen geben ihm das vollständige Bild – deshalb lohnt es sich, beim Termin dabei zu sein.
MEDICPROOF und Beihilfe: ein Gutachten für beide
Beamte und Pensionäre erhalten Pflegeleistungen anteilig von der Beihilfe und aus ihrer Pflegepflichtversicherung. Eine zweite Begutachtung durch die Beihilfestelle ist in der Regel nicht nötig: Die Beihilfe legt das Gutachten der Pflegeversicherung zugrunde, beim Bund „im Regelfall“ (§ 51 Abs. 2 BBhV), in Baden-Württemberg ist der Pflegegrad der Pflegeversicherung sogar bindend. Reichen Sie die Leistungsmitteilung deshalb zügig bei Ihrer Beihilfestelle ein. Die Regeln je Land stehen im Ratgeber Beihilfe bei Pflege.
Pflegereform 2027: was sich bei der Begutachtung ändern könnte
Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 will ab 2027 die Schwellen für die Pflegegrade 1 bis 3 anheben (15, 30 und 50 Punkte) und die Punktspannen der Module 1, 4 und 6 ändern. Weil private Versicherer dieselben Maßstäbe anlegen müssen, würde das auch für MEDICPROOF-Gutachten gelten. Laut Entwurf zählt das Recht am Tag der Antragstellung; bereits Eingestufte behalten ihren Pflegegrad. Die 25-Arbeitstage-Frist soll vom 01.01. bis 30.04.2027 ausgesetzt werden, außer bei besonderer Dringlichkeit. Der Begutachtungsdienst des PKV-Verbands soll ein Anwesenheitsrecht in einem neuen Beirat erhalten. Alle Angaben sind Entwurf; die Gesetzgebung ist nicht abgeschlossen. Mehr im Ratgeber Pflegereform 2027 und Pflegegrade.
MEDICPROOF, compass und Versicherer: wer macht was?
| Stelle | Aufgabe |
|---|---|
| Ihr privater Versicherer | nimmt den Antrag an, beauftragt das Gutachten, entscheidet über den Pflegegrad und erstattet die Leistungen |
| MEDICPROOF | begutachtet im Auftrag des Versicherers und empfiehlt einen Pflegegrad |
| compass private pflegeberatung | berät kostenlos zu Antrag und Organisation der Pflege – telefonisch, per Video, zu Hause (§ 7a SGB XI) |
| Beihilfestelle (bei Beamten) | zahlt ihren Anteil und stützt sich auf das Gutachten der Pflegeversicherung |
Die Beratung durch compass ist ein starkes Plus der privaten Pflegeversicherung: Ein Termin wird nach den Musterbedingungen binnen zwei Wochen nach Antragseingang angeboten (MB/PPV § 4 Abs. 18). Mehr im Ratgeber compass private Pflegeberatung. Den gesamten Weg vom Antrag bis zu den Leistungen beschreibt der Ratgeber Pflegegrad privat versichert beantragen; Ihren persönlichen Fahrplan zeigt der Pflegefall-Navigator.
Alle Ratgeber rund um MEDICPROOF:
MEDICPROOF-Begutachtung: Termin und Hausbesuch
Wie der Gutachter sich ankündigt, was beim Hausbesuch passiert und wie Sie den Termin so vorbereiten, dass das Ergebnis den Alltag richtig abbildet.
Weiterlesen MEDICPROOFMEDICPROOF-Eilantrag: Begutachtung in 5 oder 10 Arbeitstagen
Wann die verkürzten Begutachtungsfristen gelten, wie das Eilverfahren aus dem Krankenhaus abläuft und was Angehörige jetzt organisieren sollten.
Weiterlesen MEDICPROOFMEDICPROOF-Fragebogen, Pflegeprotokoll und Pflegetagebuch
Welche Vorbereitungsbögen MEDICPROOF anbietet, wie ein gutes Pflegetagebuch aussieht und welche Unterlagen Sie zum Termin bereitlegen.
Weiterlesen MEDICPROOFMEDICPROOF-Gutachten falsch? Die drei Wege für Privatversicherte
Warum es gegen private Pflegeversicherer keinen förmlichen Widerspruch gibt – und wie Zweitgutachten, PKV-Ombudsmann und Sozialgericht funktionieren.
Weiterlesen MEDICPROOFWelche Fragen stellt MEDICPROOF?
Mobilität, Verstehen, Verhalten, Selbstversorgung, Therapien, Alltag: Was der Gutachter in jedem Modul wissen will und wie daraus die Punkte entstehen.
Weiterlesen MEDICPROOFTelefonische Begutachtung bei MEDICPROOF
Wann MEDICPROOF per Telefon oder Video begutachten darf, wann ein Hausbesuch Pflicht ist und wie Sie sich auf das Interview vorbereiten.
Weiterlesen MEDICPROOFMEDICPROOF-Erfahrungen: die Zahlen hinter der Begutachtung
Wie zufrieden Begutachtete sind, wie schnell Gutachten vorliegen und welche Pflegegrade festgestellt werden – nur belegte Zahlen mit Quelle und Datum.
Weiterlesen MEDICPROOFMEDICPROOF-Gutachten verstehen und prüfen
Wie das Pflegegutachten aufgebaut ist, wie aus Einzelpunkten der Pflegegrad wird und wie Sie Gutachten und Akte anfordern.
Weiterlesen MEDICPROOFHöherstufung des Pflegegrads bei MEDICPROOF
Wie der Antrag auf einen höheren Pflegegrad bei privat Versicherten funktioniert, wann telefonisch begutachtet wird und was sich bei den Leistungen ändert.
WeiterlesenHäufige Fragen
Was ist MEDICPROOF?
MEDICPROOF ist der Gutachterdienst der privaten Pflegeversicherung, eine Tochter des PKV-Verbands mit Sitz in Köln. Im Auftrag der privaten Versicherer stellen rund 1.500 selbstständige Ärzte und Pflegefachpersonen fest, ob und in welchem Grad jemand pflegebedürftig ist. Pflegegrad-Privat.de ist kein Angebot der MEDICPROOF GmbH.
Ist MEDICPROOF strenger als der Medizinische Dienst?
Nein, die Maßstäbe sind gesetzlich gleich: Private Versicherer und ihre Gutachter müssen für Pflegebedürftigkeit und Pflegegrad dieselben Regeln anwenden wie die soziale Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 6 Nr. 1, § 18a Abs. 12 SGB XI). In einer Befragung der Ruhr-Universität Bochum bewerteten die Begutachteten MEDICPROOF 2025 im Schnitt mit der Note 1,8.
Wie lange dauert eine Begutachtung durch MEDICPROOF?
Bis zur Entscheidung des Versicherers dürfen höchstens 25 Arbeitstage nach Antragseingang vergehen (§ 18c SGB XI). Fristgutachten von MEDICPROOF lagen 2025 im Schnitt nach 9,4 Arbeitstagen vor. Der Hausbesuch selbst ist ein Gespräch mit Fragen und kleinen Funktionstests, keine klassische ärztliche Untersuchung.
Wer schickt das Ergebnis der MEDICPROOF-Begutachtung?
Ihr Versicherer. MEDICPROOF erstellt das Gutachten, die Leistungsmitteilung mit dem Pflegegrad kommt vom Versicherer; das Gutachten wird mitgeschickt, wenn Sie dem nicht widersprochen haben. Sie haben Anspruch auf Übermittlung der schriftlichen Ergebnisse (MB/PPV § 6 Abs. 2).
Kann MEDICPROOF auch telefonisch begutachten?
Bei Höherstufungs- und Wiederholungsbegutachtungen ja, mit Ihrer Zustimmung auch per Video (§ 142a SGB XI; MB/PPV § 6 Abs. 2). Erstbegutachtungen, Zweitbegutachtungen und alle Begutachtungen von Kindern finden laut MEDICPROOF im Wohnbereich statt. Wenn Sie einen persönlichen Besuch wünschen, hat das Vorrang.
Was tun, wenn das MEDICPROOF-Gutachten nicht stimmt?
Teilen Sie Ihrem Versicherer mit, an welchen Punkten Sie nicht einverstanden sind; dann kann ein Zweitgutachten erstellt werden. Ein förmliches Widerspruchsverfahren gibt es nicht (BSG, B 3 P 8/22 R) – möglich sind außerdem der PKV-Ombudsmann und die Klage beim Sozialgericht. Zu den Erfolgsaussichten beraten Sozialverbände oder ein Fachanwalt für Sozialrecht.
Quellen
- MEDICPROOF: Begutachtung – abgerufen 18.10.2026
- MEDICPROOF: Unternehmen – abgerufen 18.10.2026
- MEDICPROOF: Zahlen, Daten, Fakten 2025 – abgerufen 18.10.2026
- PKV-Verband: MEDICPROOF-Versichertenbefragung Pflegebegutachtung 2025 – 07.04.2026
- § 23 SGB XI – Versicherungspflicht für Versicherte der privaten Krankenversicherung – abgerufen 18.10.2026
- § 18a SGB XI – Begutachtung, Eilbegutachtung – abgerufen 18.10.2026
- § 18c SGB XI – Entscheidung über den Antrag, Fristen – abgerufen 18.10.2026
- § 142a SGB XI – Telefonische Begutachtung – abgerufen 18.10.2026
- Medizinischer Dienst Bund: Begutachtungs-Richtlinien Pflege 2026 – in Kraft seit 01.10.2026
- PKV-Verband: Allgemeine Versicherungsbedingungen der privaten Pflegepflichtversicherung (MB/PPV 2026, Tarif PV) – Stand 2026, abgerufen 18.10.2026
- Bundessozialgericht, Urteil vom 22.02.2024 – B 3 P 8/22 R – abgerufen 18.10.2026
- PKV-Ombudsmann: Statut – abgerufen 18.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Pflege für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte (Pflegegrad, Begutachtung, Leistungen, Pflegeheim, Beihilfe) (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. MEDICPROOF und compass werden nur beschreibend genannt; Pflegegrad-Privat.de ist kein Angebot dieser Unternehmen, keiner Pflegekasse und keiner Beihilfestelle. Zu Widerspruch oder Klage im Einzelfall beraten Sozialverbände oder Fachanwälte für Sozialrecht. Herausgeber: Pflegegrad-Privat.de. Pflegegrad-Privat.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.